Silberadler: Eine Münzen-Legende aus Deutschland zum Top-Preis für Anleger

Wusstet ihr, dass eine unscheinbare 5-DM-Münze aus der jungen Bundesrepublik bis heute bei Sammlern und Anlegern beliebt ist und vor allem wegen ihres Silbergehalts spannend ist?

Zugegeben, „Heiermann“ klingt nach einem fiesen Schimpfwort – aber für Sammler ist dieser Begriff eine echte Liebeserklärung an eine legendäre Münze: Umgangssprachlich bezeichnet „Heiermann“ oder „Silberadler“ das 5-DM-Stück aus der Zeit der Deutschen Mark. Wenn im Edelmetallbereich von Junk-Silber die Rede ist, meint man damit fast immer den sogenannten Silberadler – also die 5-DM-Kursmünzen aus Silber, die von 1951 bis 1974 geprägt wurden. Es handelt sich um ganz normale Umlaufmünzen, keine klassischen Sammlerstücke.

Geprägt wurden diese Münzen in den Jahren 1951 sowie 1956 bis 1961 und dann wieder von 1963 bis 1974. Am 1. August 1975 wurden sie schließlich außer Kurs gesetzt und durch eine Variante aus unedlerem Material ersetzt. Der Grund dafür war simpel – und wirtschaftlich absolut nachvollziehbar. Aber dazu später mehr.

Erst einmal die harten Fakten: Die 5-DM-Silberadler bestehen aus einer 625er Silberlegierung, also 62,5 % Silber und 37,5 % Kupfer. Das Raugewicht beträgt 11,2 Gramm. Daraus ergibt sich ein Feingewicht von exakt 7 Gramm Feinsilber pro Münze. Für Anleger ist genau dieser standardisierte Silberanteil entscheidend. 7 Gramm Feinsilber pro Stück lassen sich einfach kalkulieren. Wer mehrere Münzen besitzt, kann den Gesamt-Silbergehalt schnell überschlagen. Genau das macht sie so interessant im Bereich Junk-Silber.

Aber warum wurde die Silber-Version abgeschafft? Ganz einfach – irgendwie kommt das Ganze uns bekannt vor: In den 1970er-Jahren stieg der Silberpreis stark an. Der Materialwert der Münze näherte sich dem Nennwert von 5 DM – teilweise überstieg er ihn sogar. Das führte zu einem Problem: Es entstand ein Anreiz, die Münzen einzuschmelzen, statt sie im Zahlungsverkehr zu verwenden. Die logische Konsequenz: Die Silbermünzen wurden außer Kurs gesetzt und durch Kupfer-Nickel-Varianten ersetzt.

Aber gibt es seltene Jahrgänge? Ja – und hier wird es spannend. Besonders bekannt ist der Jahrgang 1958 mit dem Prägezeichen „J“ für Hamburg. Von dieser Variante wurden lediglich rund 60.000 Stück geprägt. Das ist im Vergleich zu den sonstigen Auflagen extrem wenig. Diese Münze gilt als klarer Schlüsseljahrgang und erzielt deutliche numismatische Aufschläge. Ganz wichtig für alle, die Junk-Silber kaufen oder verkaufen: In Mischposten sollte man den 1958 J unbedingt suchen. Hier lohnt sich ein genauer Blick, denn diese Münze wird nicht zum Schmelzpreis gehandelt, sondern mit Sammleraufschlag.

Und warum gelten die 5-DM-Silberadler als Junk-Silber? Der Begriff „Junk-Silber“ beschreibt Münzen, die keinen nennenswerten Sammlerwert mehr besitzen und deren Preis sich nahezu ausschließlich am Metallwert orientiert. Genau das trifft auf die meisten 5-DM-Silberadler zu. Aufgrund der hohen Auflagen sind sie heute in der Regel Massenware. Das bedeutet: Der Marktpreis richtet sich fast ausschließlich nach dem aktuellen Silberkurs. Für Anleger kann das attraktiv sein, denn man bekommt staatlich geprägtes Silber häufig sehr nah am reinen Metallwert.

Ein weiterer Pluspunkt: Diese Münzen können als Gebrauchtware differenzbesteuert verkauft werden. Das bedeutet, dass die Mehrwertsteuer nur auf die Handelsspanne anfällt – nicht auf den gesamten Warenwert. Für Käufer ergibt sich dadurch oft ein günstigerer Endpreis im Vergleich zu neu geprägten Silbermünzen oder -barren.

Gerade wer Silber möglichst nah am Spotpreis erwerben möchte, findet hier häufig interessante Möglichkeiten: Mit 7 Gramm Feinsilber pro Stück sind die 5-DM-Münzen relativ kleine Einheiten. Das kann im Krisenfall von Vorteil sein. Kleine Stückelungen lassen sich theoretisch leichter als Tauschmittel verwenden als große Barren. Man bleibt flexibel und muss nicht „zu groß“ bezahlen. Natürlich ersetzt das kein durchdachtes Anlagekonzept – aber es ist ein Argument, das viele Anleger bei Junk-Silber schätzen.

Ein weiterer interessanter Punkt: Die D-Mark kann weiterhin bei der Deutsche Bundesbank zum offiziellen Umrechnungskurs in Euro getauscht werden. Das betrifft auch 5-DM-Münzen. Das bedeutet: Es existiert gewissermaßen ein Nominal-Puffer. Selbst wenn der Silberpreis massiv fallen würde, bleibt der Nennwert von 5 DM als Umtauschoption bestehen. Für viele Anleger ist das ein psychologischer Sicherheitsaspekt.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt: Für wen sind diese Münzen geeignet? Die 5-DM-Silberadler eignen sich besonders für preisbewusste Silberanleger, die keinen Fokus auf Sammleraufschläge legen. Wer möglichst viel Feinsilber für sein Geld möchte, findet hier eine solide Möglichkeit. Nicht geeignet sind sie hingegen für Anleger, die ausschließlich auf numismatische Wertsteigerung spekulieren – mit Ausnahme einzelner Schlüsseljahrgänge wie dem 1958 J.

Wichtig ist in jedem Fall die Prüfung auf Echtheit und Zustand – auch wenn der Zustand beim Junk-Silber zweitrangig ist. Es gibt aber durchaus Fälschungen dieses Münztyps. Deshalb: Nur beim anerkannten Fachhändler kaufen oder verkaufen. Und natürlich gilt: Preise vergleichen. Gerade bei vermeintlich günstigen Angeboten lohnt sich ein zweiter Blick auf Versandkosten, Ankaufspreise und Transparenz des Händlers.

Der sogenannte Heiermann ist keine glamouröse Sammlermünze – sondern solides Umlaufsilber aus der jungen Bundesrepublik. Mit 7 Gramm Feinsilber pro Stück, hoher Verfügbarkeit und naher Bewertung am Metallwert sind die 5-DM-Silberadler klassisches Junk-Silber – und damit ein echter Investment-Geheimtipp mit Mehrwert. Durch die Möglichkeit der Differenzbesteuerung, die kleine Stückelung und den Nominal-Puffer durch die Bundesbank bieten sie mehrere interessante Aspekte für Anleger.

Zur Übersicht
02753 / 507750
Kontakt