Silber auf Rekordkurs: Muss ich wirklich silber im Depot haben?
Silber hat derzeit Hochkonjunktur – nicht nur, weil der Preis im September 2025 ein Allzeithoch in Euro erreicht hat, sondern auch, weil viele Anleger hoffen, dass der „kleine Bruder“ von Gold künftig noch mehr aufholt. Doch: Wer Edelmetalle wirklich als krisensichere Reserve versteht, sollte nicht alles auf Silber setzen.
Warum 70 bis 80 Prozent Gold?
Gold ist das stabilere Edelmetall. Seit Jahrtausenden ist es weltweit als Wertspeicher anerkannt – und wird auch heute noch von Notenbanken, Staaten und Großanlegern bevorzugt. Warum? Weil Gold:
- keine industrielle Abhängigkeit hat,
- bei Inflation, Währungskrisen oder politischen Spannungen besonders gefragt ist,
- und sich im Ernstfall schnell und weltweit handeln lässt – steuerfrei, anonym (bis zu einer Grenze) und ohne große Wertschwankungen.
Es ist der Anker im Edelmetalldepot. Und genau deshalb sagen wir: Wer auf Sicherheit setzt, sollte den Großteil – also etwa 70 bis 80 Prozent – in Gold halten.
Warum trotzdem auch Silber?
Silber ist dynamischer, volatiler – mit größerem Kurspotenzial, aber auch größeren Schwankungen.
Es wird nicht nur als Geldanlage gesehen, sondern auch in der Industrie gebraucht – vor allem in der Solar-, Auto- und Elektronikbranche. Das kann ein Vorteil sein, aber auch ein Risiko: Wenn die Weltwirtschaft schwächelt, sinkt die industrielle Nachfrage – und der Silberpreis fällt.
Auf der anderen Seite: In Boomphasen kann Silber stärker steigen als Gold. Wer also Renditechancen sucht und flexibel bleibt, sollte unbedingt einen Anteil in Silber halten – typischerweise 20 bis 30 Prozent des Edelmetallvermögens.
Was viele vergessen
Silber ist sperriger. Eine Unze Gold ist derzeit, also im September 2025, über 3.500 Euro wert – eine Unze Silber knapp 30 Euro. Um denselben Gegenwert in Silber zu lagern, braucht ihr also viel mehr Platz. Und auch bei der Lagerung im Bankschließfach oder Tresor spielt das eine Rolle.
Zudem ist Silber in Deutschland steuerlich komplexer: Während Gold bei physischem Kauf mehrwertsteuerfrei ist und nach einem Jahr Haltefrist komplett steuerfrei verkauft werden kann, gilt das für Silber nur eingeschränkt – je nach Art und Besteuerung beim Kauf.
Für wen ist Silber besonders interessant?
- Für jüngere Anleger, die auf lange Sicht auch von möglichen Preissprüngen profitieren wollen.
- Für diejenigen, die kleinere Stückelungen suchen, um im Krisenfall flexibel zu bleiben.
- Und für Menschen, die gerne auch historische Münzen, sogenannte Junk-Silberstücke, sammeln und gleichzeitig in den Metallwert investieren wollen.
Unser Vorschlag für Einsteiger
Wenn ihr gerade erst beginnt, in Edelmetalle zu investieren, dann baut zuerst eine solide Goldbasis auf. Sobald ihr 70 bis 80 Prozent eures geplanten Edelmetallvolumens in Gold habt, könnt ihr mit dem restlichen Anteil Silber dazumischen – am besten differenzbesteuert und in gängigen Größen wie 1 Unze oder 1 Kilogramm.