Platin und Palladium: Investment-Chance des Jahres?
Während alle Welt auf Gold schaut, haben zwei andere Edelmetalle im Jahr 2025 ein echtes Comeback hingelegt – weitgehend unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit. Die Rede ist von Platin und Palladium. Beide Metalle haben seit Jahresbeginn eine beeindruckende Kursrallye hingelegt. Doch ist das nur ein Strohfeuer – oder steckt mehr dahinter? Und vor allem: Könnte sich jetzt eine Investmentchance ergeben, die man nicht alle Tage bekommt?
Platin ist 2025 plötzlich wieder auf dem Radar institutioneller Investoren. Und das aus gutem Grund: In Südafrika, dem weltweit wichtigsten Förderland für Platin, steht die Branche unter Druck. Produktionsausfälle, hohe Energiekosten und strukturelle Probleme sorgen dafür, dass das Angebot massiv zurückgeht. Zeitweise war die Förderung der gesamten Platingruppe ein Viertel niedriger als im Vorjahr – das ist ein historischer Einbruch!
Das World Platinum Investment Council geht davon aus, dass wir es bereits im dritten Jahr in Folge mit einem Lieferdefizit von rund einer Million Unzen zu tun haben. Das ist kein statistischer Ausreißer mehr – das ist ein strukturelles Problem.
Und was passiert, wenn das Angebot schrumpft? Richtig: Der Preis steigt – erst recht, wenn Investoren beginnen, sich neu zu positionieren. Viele institutionelle Anleger sehen Platin derzeit als unterbewertete Alternative zu Gold. Die Gold-Platin-Ratio liegt zuletzt bei über 3 – historisch ein klares Zeichen für Nachholpotenzial. Und: Auch charttechnisch sieht es interessant aus. Sollte Platin die nächsten Widerstände überwinden, könnte es zu einem Ausbruch kommen, sagen Analysten.
Und was ist mit Palladium?
Auch hier gab es in den letzten Monaten kräftige Kursgewinne – rund 30 Prozent seit Jahresbeginn. Die Gründe? Eine enge Angebotslage, Produktionsrückgänge in Südafrika, geringe Liquidität am Spotmarkt – und dazu politische Unsicherheiten. Besonders die USA sorgen mit ihrer Diskussion um Zölle auf russische Palladiumexporte für Nervosität. Denn Russland ist einer der wichtigsten Produzenten weltweit. Sollte es zu Handelsbarrieren kommen, dürfte der Markt noch enger werden.
Aber Vorsicht: Palladium ist stark abhängig von der Automobilindustrie. Rund 90 Prozent der weltweiten Nachfrage entfallen auf Katalysatoren in Verbrennungsmotoren. Das bedeutet: Wenn die globale Autoproduktion stockt oder sich der Trend zur Elektromobilität weiter beschleunigt, könnte die Nachfrage schneller einbrechen, als man „Palladiumpreis“ sagen kann.
Und wie geht es weiter?
Für Platin stehen die Zeichen auch 2026 auf strukturelles Defizit. Neue Förderprojekte? Fehlanzeige. Dafür wächst die industrielle Nachfrage – etwa durch strengere Emissionsvorschriften wie die neue Euro-7-Norm oder durch die zunehmende Bedeutung von Wasserstofftechnologien, bei denen Platin als Katalysator zum Einsatz kommt.
Bei Palladium hingegen bleiben kurzfristige Faktoren entscheidend: politische Unsicherheiten, stabile Autoproduktion – oder eben neue Sanktionen gegen Russland. Wer hier investiert, sollte also genau beobachten, was sich auf dem Weltmarkt tut.
Aber: So attraktiv die Entwicklung auch klingt – ganz ohne Risiken geht es nicht.
Ein konjunktureller Abschwung würde die Nachfrage nach Industriegütern und Fahrzeugen massiv dämpfen – und damit auch die Nachfrage nach Platin und Palladium. Zudem könnten technische Übertreibungen an den Terminmärkten zu Rücksetzern führen. Und wer auf Katalysatoren setzt, muss wissen: Mit dem Umstieg auf Elektromobilität fällt ein ganzer Marktanteil langfristig weg – vor allem bei Palladium.
Und das Wichtigste zum Schluss: Platin und Palladium werden in Deutschland ausnahmslos mit der hohen Mehrwertsteuer von 19 Prozent belegt. Da muss euer Investment schon ziemlich stark ansteigen, damit ihr überhaupt etwas davon habt.