Goldpreis vor der Wende? Steve Forbes warnt vor einem Dauer-Krieg im Iran

Der Goldpreis hat in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben. Viele Anleger fragen sich deshalb: War es das mit der Gold-Rallye? Doch jetzt meldet sich einer der bekanntesten Wirtschaftspublizisten der USA zu Wort. Steve Forbes ist überzeugt: Gold hat seinen Wert nicht verloren. Vielmehr habe sich der US-Dollar zuletzt erholt – und genau das erkläre den Preisrückgang. Gleichzeitig warnt Forbes vor einem neuen Risikofaktor: dem Krieg mit dem Iran. Könnte dieser Konflikt die nächste Gold-Rallye auslösen? Schauen wir uns seine Argumente einmal genauer an.

Wenn der Goldpreis fällt, denken viele Anleger automatisch: Gold wird weniger wert.

Steve Forbes sieht das völlig anders. Und sein Wort hat Gewicht. Denn er ist der Chefredakteur des gleichnamigen US-Wirtschaftsmagazins Forbes und zählt zu den bekanntesten Wirtschaftskommentatoren der USA. Er äußert sich seit Jahrzehnten zu Geldpolitik, Währungen und den internationalen Finanzmärkten.

Seiner Ansicht nach verändert sich nicht der Wert von Gold – sondern der Wert des Geldes, mit dem wir Gold kaufen. Gold sei über Jahrtausende hinweg ein stabiler Maßstab für Kaufkraft gewesen. Wenn sich sein Preis verändert, dann sei das häufig ein Zeichen dafür, dass sich Papierwährungen verändern – und nicht das Edelmetall selbst.

Das ist ein interessanter Gedanke. Denn tatsächlich ist der Goldpreis seit seinem Rekordhoch von mehr als 5.000 US-Dollar deutlich zurückgekommen. Viele Marktbeobachter sprechen deshalb bereits vom Ende des Bullenmarktes. Forbes widerspricht.

Er argumentiert, dass sich in den vergangenen Monaten vor allem der US-Dollar erholt habe. Die neue Führung der amerikanischen Notenbank verfolgt einen deutlich strafferen geldpolitischen Kurs, und auch aus Washington sind zuletzt keine Forderungen mehr zu hören gewesen, den Dollar gezielt abzuwerten.

Ein stärkerer Dollar belastet traditionell den Goldpreis. Denn Gold wird weltweit in US-Dollar gehandelt. Wird der Dollar wertvoller, müssen Käufer aus anderen Währungsräumen mehr bezahlen. Das bremst kurzfristig häufig die Nachfrage.

Doch genau hier setzt Forbes seine eigentliche Warnung an. Er glaubt nämlich nicht, dass diese Dollar-Stärke dauerhaft Bestand haben muss. Ein Grund dafür liegt in den gewaltigen Schulden der Vereinigten Staaten.

Die US-Regierung muss jedes Jahr enorme Summen über neue Staatsanleihen aufnehmen und gleichzeitig alte Schulden refinanzieren. Dieses riesige Angebot an Anleihen trifft auf Investoren, die für dieses Risiko inzwischen höhere Zinsen verlangen.

Deshalb steigen die Renditen am Anleihemarkt – trotz des stärkeren Dollars.

Und dann kommt noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu. Der Krieg mit dem Iran. Sollte sich der Konflikt weiter ausweiten, könnten insbesondere die Energiepreise erneut kräftig steigen. Höhere Ölpreise würden den Inflationsdruck erhöhen und die Notenbanken vor schwierige Entscheidungen stellen. Steigen die Zinsen weiter? Oder akzeptiert man eine höhere Inflation? Genau diese Unsicherheit könnte die Finanzmärkte erheblich belasten.

Forbes verweist außerdem auf ein weiteres Risiko, das derzeit oft unterschätzt wird. Nicht nur die USA kämpfen mit hohen Schulden. Auch Japan trägt eine gewaltige Schuldenlast, die gemessen an der Wirtschaftsleistung sogar deutlich höher ist als die der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig geraten auch andere wichtige Währungen zunehmend unter Druck.

Sollte es zu einer Vertrauenskrise bei einer großen Währung kommen, könnte sich das internationale Finanzsystem erneut erheblich destabilisieren. Und genau in solchen Phasen rückt Gold traditionell wieder in den Mittelpunkt.

Deshalb zieht Forbes einen interessanten Vergleich. Gold sei keine klassische Geldanlage. Gold sei vielmehr eine Versicherung. Niemand schließt eine Gebäudeversicherung ab, weil er hofft, dass sein Haus abbrennt.

Und genauso kaufen viele Anleger Gold nicht deshalb, weil sie auf Krisen spekulieren. Sie halten Gold für den Fall, dass die Finanzmärkte, Währungen oder Staaten unter Druck geraten.

Genau deshalb könne es gefährlich sein, einen sinkenden Goldpreis vorschnell als Zeichen von Schwäche zu interpretieren. Denn wenn die geopolitischen Risiken zunehmen, Energiepreise steigen und das Vertrauen in Papierwährungen wieder nachlässt, könnte Gold sehr schnell erneut gefragt sein.

Natürlich weiß heute niemand, ob der Iran-Krieg tatsächlich weiter eskaliert. Auch die Entwicklung der Inflation oder der Zinspolitik lässt sich nicht sicher vorhersagen. Fest steht jedoch: Die Unsicherheit bleibt hoch. Und genau in einem solchen Umfeld hat Gold seine historische Stärke immer wieder unter Beweis gestellt.

Der aktuelle Preisrückgang muss nicht zwangsläufig das Ende des Gold-Bullenmarktes bedeuten. Sollte sich die geopolitische Lage weiter verschärfen oder eine neue Vertrauenskrise an den Finanzmärkten entstehen, könnte Gold seine Rolle als sicherer Hafen erneut eindrucksvoll bestätigen. Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft von Steve Forbes: Gold ist kein Spekulationsobjekt – sondern eine Versicherung gegen das Unvorhersehbare.

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